Ein Pyramide in the Alpen

Erkennen Sie diesen Berg?
Wussten Sie, dass wir eine Pyramide in den Alpen haben?

Es ist einer der bekanntesten Berge weltweit, nur der Winkel ist nicht sehr bekannt.
Warum eigentlich? Man muss bis zu 3’800m hochklettern, um diese Aussicht zu bekommen.

Es ist das Matterhorn, von hinten, nachdem man von der Tête Blanche den Stöcki-Gletscher hinaufgestiegen ist. Habe dieses Foto 2012 aufgenommen, und aus irgendeinem Grund habe ich es nicht als einen der Favoriten ausgewählt.

Letzte Woche war ich auf der Suche nach einem Bild. Ich habe mich sofort gefragt, warum dieses Foto nicht oben im Portfolio und in der Fine Art Auswahl ist.

Geniessen Sie es !

Do you recognize this mountain?
Did you know that we have a pyramid in the Alps?

It’s one of the most well-known mountains globally; just the angle is not very known.
Why? You have to climb up to 3’800m to get this view.

It’s the Matterhorn, from behind after climbing up the Stöcki glacier from the Tête Blanche. I took this photo some time ago, and for some reason, I didn’t select it as one of the favorites. Last week I was searching for a picture. I immediately asked myself how this photo is not up in the portfolio and the limited edition selection.

Enjoy it.

#rethinking: Gespräch mit Dr. Franzi Glueer von der ETH Zürich über den Aletsch Gletscher

Dieser Artikel ist Teil des Gletscher Projekt www.glaciers.today

English version

Am Großen Aletschgletscher ist das Zusammenspiel von Gletschereis und Felsstabilität zu sehen – und wie schnell dieses Gleichgewicht aus dem Lot gerät.

Dr. Franzi Glueer ETH Zürich

Wer bist du und was machst du in der Aletsch-Region?

Ich bin Ingenieurgeologin beim Schweizerischen Erdbebendienst und forsche an Hangrutschen und Felsstürzen im alpinen Raum. Am Grossen Aletschgletscher habe ich 5 Jahre lang die Felshänge im Bereich der Gletscherzunge vermessen und konnte die Entwicklung eines langsamen tiefgreifenden Hangrutsches zu einer rasanten Massenbewegung verfolgen.

Wie bist Du zu diesem Projekt gekommen?
Ich habe an Hangrutschen in Patagonien geforscht und dabei Prof. Simon Löw von der ETH (Ingenieurgeologie) kennen gelernt. Nachdem ich einige Jahre im Ingenieurbüro geschafft hab, hat mich das Aletschprojekt dann in die Forschung an die ETH gezogen.

Wie lange bist Du nun schon in der Aletsch Region am Messen & Forschen?
2013 haben wir dort die erste Totalstation zur Überwachung von Spiegeln in den Felswänden aufgebaut. Meine Forschungsarbeit über das dort installierte Messsystem und die grosse Hangrutschung von Moosfluh konnte ich im 2018 abschliessen. Seitdem arbeite ich beim Schweizerischen Erdbebendienst und forsche auch an anderen Hangrutschen in der Schweiz. Zur Moosfluh komme ich aber immer wieder.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus deiner Forschungsarbeit am Aletsch Gletscher?
Ich hatte das grosse Privileg mit meinem Team von Ingenieurgeologen der ETH Zürich, die Entwicklung eines Hanges von einer langsamen zu einer sich rasant beschleunigenden Massenbewegung zu beobachten und zwar von Anfang an, da wir zu einer Zeit unsere Sensoren installierten, als die Moosfluh noch kein grosses Thema war. Dass die fehlende Last des Gletschereises auf den Hangfuss eine Massenbewegung aktivieren kann, war hier mehr als deutlich. Auch, dass der mit der Gletscherschmelze sinkende Grundwasserspiegel im Hang einen grossen Einfluss auf die Bewegungsraten hat. Des Weiteren habe ich am Mechanismus der Hangbewegung Moosfluh geforscht und ein System entwickelt, wie man anhand von gemessenen Bewegungen an der Oberfläche auf den Mechanismus in der Tiefe schliessen kann.

Wie motivierst Du die so lange über diese Thema zu forschen?
Für mich ist der ganze Bereich der Naturgefahren irgendwie eine Herzensangelegenheit, und am Aletsch gibt es noch so viel zu erforschen, da könnte ich noch lange dran bleiben.

Was können wir Menschen aus Deiner Sicht verändern um den Klimawandel zu bremsen?
Ich forsche ja mehr an den Auswirkungen, die durch ein sich veränderndes Klima entstehen. Momentan habe ich die Möglichkeit noch viele andere Hangrutsche und Felsstürze zu untersuchen. Da wird einem schnell klar, wie verletzlich man ist im Vergleich zu den Kräften, die in einem solchen Hang frei werden. Dieser Respekt vor der Natur lässt einen aufhorchen und handeln. Ob das nun umweltfreundlicher Reisen ist oder ein verändertes Konsumverhalten, es gibt vielfältige Lösungen um die eigenen Treibhausgasemissionen zu vermindern und damit etwas gegen die Erderwärmung zu unternehmen.

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